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Arbeitssicherheit Blog

25/01/2016

6 Möglichkeiten, um sich selbst zu töten, während man Absturzsicherungen verwendet

Einen Moment! Sich selbst töten, während man Absturzsicherungen verwendet? Diese Systeme sollen doch vermeintlich tödliche Unfälle vermeiden, oder? Natürlich sollen Sie das! Aus diesem Grund benutzen wir die Phrase „vermeintlich“. Wenn ein Absturzsicherungssystem nicht ordnungsgemäß benutzt wird, oder äußere Einflüsse bei der Sicherung außer Acht gelassen werden, dann vermittelt die Absturzsicherung Ihnen ein falsches Gefühl von Sicherheit . Also, durch welche Fehler können Sie sich selbst oder Ihre Angestellten in Gefahr bringen, obwohl ein Absturzsicherungssystem vorhanden ist?

1) Aufprallgefahr ignorieren

Aufprallgefahren dürfen nicht ignoriert werden! Wenn Sie eine Absturzsicherung nicht ordnungsgemäß planen und sich dadurch beispielsweise in einem zu großen oder falschen Winkel zu Ihrem Anschlagpunkt bewegen, dann könnten Sie abstürzen und sich verletzen, selbst wenn die persönliche Schutzausrüstung richtig angebracht ist. Der Grund: Aufprallgefahren entstehen, wenn die Verbindung des Absturzsicherungssystems dazu führt, dass man beim Fallen gegen das Gebäude prallt – zum Beispiel durch einen Pendelsturz. Wenn man bedenkt wie stark die Krafteinwirkung bei einem Fall ist, kann das zu einer hohen Geschwindigkeit mit einer starken Aufprallkraft führen. Sie würden also starke Verletzungen infolge des Aufpralls erleiden oder je nach Aufprallwucht vielleicht sogar den Tod. Informieren Sie sich deshalb vor dem Einsatz von Anschlagpunkten und der PSAgA unbedingt über die normgerechte Nutzung und schulen Sie Ihre Angestellten!

2) Den Fallabstand ignorieren

Individualschutzsysteme sind keine Einheitsgrößen! Leider denken viele Menschen, dass sie sich schützen und die Normen erfüllen, wenn sie sich mit irgend ein beliebig langem Sicherungsseil anschlagen. Ignorieren Sie aber die Entfernung vom Anschlagpunkt zur Aufprallfläche , wird dieses Auffangsystem voraussichtlich nicht schützen. Um den richtigen Fallabstand zu berechnen, muss Ihre Körpergröße, die Streckung des Gurtes, die Ausdehnung der Bremseinrichtung sowie die Durchbiegung des Anschlagpunktes mit einkalkuliert werden. Lassen Sie sich deshalb immer von Sicherheitsfachberatern unterstützen. Gern helfen wir Ihnen bei der Planung.

3) Vertrauen ohne Inspektion

Wenn es bei der Sicherheit eine Faustregel gäbe, nach der Sie leben müssten, dann wäre es „Prüfe, inspiziere, kontrolliere!“. Warum sollten Sie jemals Ihre Sicherheit dem Zufall überlassen? WENN andere Ihre Ausrüstung kontrollieren, dann denken Sie an folgendes: Menschen machen Fehler, Menschen werden müde, Menschen werden faul, Menschen fühlen sich benommen, wenn sie immer wieder die gleichen Sachen überprüfen müssen und offen gesagt wird niemand so vorsichtig mit Ihrem Leben umgehen wie Sie selbst. Oftmals gibt es Angestellte in Unternehmen, die sich einfach eine Ausrüstung nehmen, ohne dass diese jemals überprüft und/oder benutzt wurde. Da bleibt uns nur, viel Glück zu wünschen.

Sei es die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, eine Leiter, ein Geländer, ein Werkzeug oder ein FI-Schutzschalter – Sie müssen VOR dem Beginn der Arbeiten unbedingt ALLES überprüfen! Sollte die Ausrüstung tatsächlich jemals zum Einsatz kommen, dann werden Sie sich wünschen, dass Sie diese vorher überprüft hätten.

4) Allein auf dem Dach sein

Selbst mit allen Absturzsicherungen dieser Welt kann es zum Tod führen, wenn man allein auf dem Dach arbeitet. Wenn Sie allein auf das Dach gehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass Sie jemandem dort begegnen. Wenn Sie einen Unfall haben oder ein gesundheitliches Problem, wie zum Beispiel einen Herzinfarkt, dann kann jede Hilfe zu spät kommen, insoweit sie überhaupt gerufen wird. Gehen Sie also niemals allein auf ein Dach oder in einen Arbeitsbereich, außer wenn eine geplante Kommunikation bzw. Überwachung vorab geregelt wird, bei der jemand alarmiert werden würde, wenn etwas nicht in Ordnung wäre. Um zu vermeiden, dass Ihre Angestellten oder Fremdpersonal auf das Dach gehen, ohne dass jemand Bescheid weiß, sollten Sie einen Genehmigungsprozess für Dachbegehungen durchführen.

5) Eine Steigleiter ohne Leiterausstieg hochklettern

Fast an jedem Gebäude befinden sich Steigleitern. Wenn Sie die Leiter hochsteigen und das Dach begehen, ohne den Leiterausstieg zu sichern, können Sie herunterfallen und es kann zum Tode führen. Vielleicht denken Sie jetzt – „Das kann mir nicht passieren, ich weiß was ich tue.“ Richtig, es haben sehr viele die Einstellung, dass Unfälle immer nur anderen passieren. – Allerdings kann in jeder Situation Unvorhergesehenes passieren. Bei Ankunft auf dem Dach könnten Sie zum Beispiel von starkem Wind überrascht werden, der vor dem Gebäude nicht spürbar war. Oder Ihnen wird plötzlich schwindlig, weil gewisse Höhen ungewohnt und nicht alltäglich sind. . Wenn Sie keine Leiterausstiegs-Sicherung haben und sich nicht mehr halten können, dann fallen Sie! Aus genau diesem Grund ist nach der Norm DIN EN 14122-4 eine Leiterausstiegs-Sicherung vorgeschrieben. In der Norm wird festgelegt, dass beidseitig ein Geländer von mindestens 1,5 m Länge sowie mittig eine selbstschließende Durchgangssperre anzubringen ist.

6) Stellen Sie Ihre eigene Absturzsicherung her... (wenn Sie nicht qualifiziert sind)

Es geht doch ganz einfach, oder? Man bindet irgendwo ein Seil fest, befestigt es sich am Gurt und dann wird schon nichts passieren… Sie merken sicher, dass es wohl nicht die beste Idee ist, die eigene Absturzsicherung zu basteln.

Absturzsicherungen von branchenbekannten Unternehmen werden langwierig und kostenintensiv entwickelt und durchlaufen eine Reihe von Tests, bevor sie auf den Markt gebracht werden. Sie müssen viele Standards erfüllen und teilweise auch zertifiziert werden. Selbst wenn eine normgerechte Absturzsicherung nicht „günstig“ ist, dann ist sie beim Einsatz jeden Cent wert!

Denken Sie immer daran, dass die Sicherheit und das Leben kein Ponyhof sind, sondern dass es darum geht, Ihre Angestellten und/oder sich selbst zu schützen. Wenn Sie Ihren Angestellten etwas zur Verfügung stellen, bei dem sie nur denken, dass es ihnen hilft, obwohl es das nicht tut, dann ist das ebenso gefährlich als wenn man gar keine Absturzsicherung einsetzt. Ein falsches Gefühl der Sicherheit bringt Menschen dazu, sich einem höheren Risiko auszusetzen, dem sie sich unter normalen Umständen nicht aussetzen würden. Egal, ob Sie Sicherheitsfachberater oder Dacharbeiter sind – sorgen Sie dafür, dass Sie sich IMMER in einer sicheren Arbeitsumgebung befinden. Gern helfen wir Ihnen dabei!

Verfasst am 25/01/2016 um 08:44 AM
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