Sechs Fehler, wie es trotz Absturzsicherung zu tödlichen Unfällen kommen kann

Abgestürzt trotz Absturzsicherung?


Obwohl Absturzsicherungen per se dafür da sind, um Abstürze zu verhindern, kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen trotz vorhandener Sicherungssysteme. Wenn eine Absturzsicherung nicht ordnungsgemäß genutzt wird, oder äußere Einflüsse außer Acht gelassen werden, dann kann Ihnen das Vorhandensein einer Absturzsicherung ein falsches Gefühl der Sicherheit geben. Daher möchten wir im Folgenden darauf eingehen, welche sechs schwerwiegende Fehler Sie selbst oder Ihre Mitarbeiter in Gefahr bringen können, obwohl ein Absturzsicherungssystem vorhanden ist.

1) Aufprallgefahr ignorieren

Wenn Sie eine individuelle Absturzsicherung für Einzelpersonen nicht ordnungsgemäß planen und die sich während der Arbeit in einem zu großen oder falschen Winkel zu ihrem Anschlagpunkt bewegen, besteht eine erhöhte Absturz- und Verletzungsgefahr, selbst wenn die persönliche Schutzausrüstung (PSAgA) richtig angebracht ist.
Der Grund: Aufprallgefahren entstehen durch eine fehlerhafte Nutzung des Absturzsicherungssystems, sodass man beim Fallen gegen das Gebäude bzw. die Maschine prallt – zum Beispiel durch die entstehende Pendelbewegung. Die Wucht eines Falls mit PSAgA in einem Seilsicherungssystem und eine anschließende Schwingbewegung kann zu einem Aufprall mit hoher Geschwindigkeit führen. Prallt man bei einem solchen Pendelsturz gegen eine massive Wand kann es zu schweren Verletzungen oder im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.
Informieren Sie sich deshalb vor dem Einsatz von Anschlagpunkten als Absturzsicherung in Verbindung mit einer PSAgA unbedingt über die normgerechte Nutzung und schulen Sie Ihre Mitarbeiter ausreichend und regelmäßig.

2) Den Fallabstand ignorieren

Individualschutzsysteme sind keine Einheitsgrößen! Leider gehen nicht ausreichend geschulte Menschen davon aus, dass sie sich schützen und die gesetzlichen Normen erfüllen, wenn sie sich mit einem verfügbaren beliebig langen Sicherungsseil anschlagen. Wird aber die Entfernung vom Anschlagpunkt zur Aufprallfläche nicht beachtet bzw. ist diese nicht bekannt, kann das Auffangsystem der Seilsicherung nicht vollständig schützen. Um den richtigen Fallabstand zu berechnen, muss die jeweilige Körpergröße, Gewicht sowie die Streckung des Gurtes und die Ausdehnung der Bremsvorrichtung sowie die Durchbiegung des Anschlagpunktes miteinkalkuliert werden. Ziehen Sie deshalb immer Sicherheitsfachberater bei der Planung mit ein. Gerne helfen wir bei Simplified Safety Ihnen hierbei.

3) Vertrauen ohne Inspektion

Wenn es bei der Sicherheit eine Faustregel gäbe, nach der Sie leben müssten, dann wäre es „Prüfe, inspiziere, kontrolliere!“. Warum sollten Sie jemals Ihre Sicherheit dem Zufall überlassen? Wenn andere Ihre Ausrüstung kontrollieren, dann denken Sie an folgendes: Menschen machen Fehler, Menschen werden müde, Menschen werden nachlässig, Menschen entwickeln eine Betriebsblindheit, wenn sie immer wieder die gleichen Sachen überprüfen und vermutlich wird kaum jemand so vorsichtig mit Ihrem Leben umgehen wie Sie selbst. Es gibt leider zu oft auch Mitarbeiter in Unternehmen, die eine verfügbare Ausrüstung nutzen, ohne dass diese jemals überprüft und/oder benutzt wurde. Dies ist sowohl aus Haftungs- als auch aus Gewissensgründen grob fahrlässig.

Sei es die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, eine Leiter, ein Geländer, ein Werkzeug oder ein FI-Schutzschalter – Alles muss vor Beginn der Arbeiten unbedingt von fachkundigen Sicherheitsexperten geprüft werden. Sollte die Ausrüstung tatsächlich bei einem Absturz zum Einsatz kommen und nicht fachgerecht funktionieren, erweist sich das Vertrauen ohne Inspektion möglicherweise als fatal.

4) Allein auf dem Dach sein

Selbst die beste geprüfte Absturzsicherung kann zum Tod führen, wenn man allein auf einem Dach arbeitet. Wenn Sie ohne andere Menschen auf ein Dach gehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass Sie dort jemandem begegnen. Wenn Sie nun einen Unfall haben oder ein gesundheitliches Problem, wie z.B. ein Herzinfarkt, dann kann jede Hilfe zu spät kommen, insofern diese überhaupt gerufen werden konnte. Gehen Sie also niemals allein auf ein Dach oder in einen Arbeitsbereich, außer wenn eine geplante Kommunikation bzw. Überwachung vorab sichergestellt wurde, sodass jemand direkt alarmiert wird, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Um zu vermeiden, dass Ihr Mitarbeiter oder ein Mitarbeiter eines externen Dienstleisters ohne Bereithalten eines Sicherheitskontakts ein Dach betritt, sollten Sie einen Genehmigungsprozess für Dachbegehungen festlegen und strengstens kontrollieren.

5) Eine Steigleiter ohne Leiterausstieg hochklettern

Fast an jedem Gebäude befinden sich Steigleitern. Wenn Sie die Leiter hochsteigen und das Dach begehen, ohne den Leiterausstieg zu sichern, können Sie herunterfallen und sich (tödlich) verletzen. Vielleicht denken Sie jetzt – „Das kann mir nicht passieren, ich weiß was ich tue.“ Unfälle haben nicht immer nur die anderen. Jeder kann durch eine noch so kleine Unachtsamkeit oder äußere Einflüsse abstürzen. –Bei Ankunft auf dem Dach könnten Sie zum Beispiel von starkem Wind überrascht werden, der unten oder auf der Steigleiter noch nicht spürbar war. Oder Sie rutschen auf einem winzigen Blatt unter Ihrem Fuß aus. Es gibt viele Gefahren, die man nicht vorhersehen kann. Wenn Sie keine Leiterausstiegssicherung haben und sich nicht mehr halten können, dann fallen Sie. Aus genau diesem Grund ist nach der Norm DIN EN 14122-4 eine Leiterausstiegssicherung vorgeschrieben. In der Norm wird festgelegt, dass beidseitig ein Geländer von mindestens 1,5m Länge sowie mittig eine selbstschließende Durchgangssperre anzubringen ist.

6) Absturzsicherung Marke Eigenbau

Ist doch eigentlich ganz einfach, oder? Man bindet ein Seil an einem schweren Anker fest, befestigt es an einem Klettergurt und dann wird schon nichts passieren. Unqualifizierte Konstruktionen von Sicherungssystemen, die zudem nicht fachkundig geprüft wurden, stellen ein unkalkulierbares Risiko dar. Ohne die entsprechenden Normen zu beachten und genaueste Berechnungen miteinzubeziehen, können solche laienhaften Konstruktionen keinen Absturzschutz garantieren.

Absturzsicherungen von branchenbekannten Unternehmen werden in langwierigen und kostenintensiven Verfahren entwickelt, um höchste Qualitätsstandards zu erfüllen. Die Produkte durchlaufen mehrstufige Testverfahren, bevor sie auf den Markt gebracht werden Der Gesetzgeber schreibt bei manchen Sicherungssysteme außerdem eine Zertifizierung vor. Eine normgerechte, geprüfte Absturzsicherung ist dementsprechend nicht „günstig“ zu erwerben, im Einsatz dafür jeden Cent wert, wenn Leben gerettet werden.

Denken Sie immer daran, dass man in der Arbeitssicherheit besser Vorsicht als Nachsicht walten lässt. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern Sicherheitssysteme und -ausrüstung zur Verfügung stellen, von denen sie lediglich annehmen, aber überprüft wurde, dass diese sicher sind, dann ist dies ebenso gefährlich, als wenn man gar keine Absturzsicherung einsetzt.
Ein falsches Gefühl der Sicherheit bringt Menschen dazu, sich einem höheren Risiko auszusetzen, dem sie sich unter anderen Umständen nicht aussetzen würden. Egal, ob Sie Geschäftsführer, Einkäufer, Klimatechniker, Sicherheitsfachberater oder Dachdecker sind – sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihr Team sich immer in einer sicheren Arbeitsumgebung befinden.


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