Kaltes Wetter bei Arbeiten in der Höhe

Fallende Temperaturen bergen zahlreiche Gefahren für jeden, der im Freien arbeitet. Dennoch ist die Risikoabschätzung nochmal klar davon abhängig zu machen, ob man am Boden arbeitet oder auf dem Dach eines Bürogebäudes oder Wolkenkratzers. Was einem wie ein angenehmer sonniger Wintertag am Boden vorkommt, kann in einigen Metern Höhe bereits mit starken Winden und eisigen Minustemperaturen verbunden sein. Daher ist es ungemein wichtig für Unternehmer, dass Ihre Mitarbeiter ausreichend auf die Bedingungen der Arbeit in der Höhe bei winterlichen Wetter vorbereitet und geschult werden.
Im Folgenden lesen Sie, was beim Höhenarbeiten in der Kälte alles zu beachten ist:

Dacharbeiten bei kaltem Wetter

1. Wind

Falls Sie die aktuellen Informationen zur Windgeschwindigkeit generell online nachlesen, dann bekommen Sie höchstwahrscheinlich nur korrekte Ergebnisse für Bodennähe. Mit steigender Höhe nimmt aber die Windgeschwindigkeit rapide zu. Das kann dazu führen, dass Sie Ihre Mitarbeiter auf einen Gerüst- oder Dacheinsatz schicken, der zur Lebensgefahr werden kann. Auch Gerüste könnten kaputt gehen, wenn sie nicht ausreichend gegen Höhenwinde gesichert wurden. Oftmals werden Folien auf Gerüsten genutzt, um die Hauswand gegen Staub, Wind oder Regen zu schützen – Folien können sich jedoch bei starkem Wind aufbauschen und wie ein Segel wirken, was im schlimmsten Fall das gesamte Gerüst zu Boden reißen könnte. Die höchste Sicherheit für Ihre Mitarbeiter erreichen Sie, wenn Sie eine eigene Wetterstation im Einsatzbereich aufbauen. So haben Sie immer die richtigen Werte für Temperatur und Windgeschwindigkeit auf der tatsächlichen Arbeitshöhe

2. Eis und Schnee

Schnee zu erkennen ist einfach. Man sieht, dass es zu schneien beginnt und selbst, wenn es überraschend in der Nacht geschneit hat, kann man früh morgens noch den Einsatz verschieben. Sollte Schnellfall kein Sicherheitsrisiko für den Einsatzort darstellen, da er z.B. überdacht ist, muss man trotzdem mit diesen Wetterverhältnissen zusammenhängende Phänomene beachten. Bei Schneefall nahe des Taupunktes taut der Schnee in der Sonne schnell auf und gefriert bei Bewölkung direkt wieder, was zu einer plötzlich spiegelglatten Bodenfläche führen kann. Zusätzlich kann sich ein ruhiger Schneefall auch mal zu einem Sturm weiterentwickeln, bei dem man alle Arbeiten in der Höhe umgehend abbrechen sollte.

Achten Sie bei Temperaturen um den Nullpunkt unbedingt auf undichte Stellen oder Bereiche, in denen sich Wasser ansammeln könnte. Auf Gerüsten sowie am Dachrand im Gefahrenbereich (ab 2 Metern bis zur Absturzkante) gilt besondere Vorsicht bei Bodenfrost. Wenn Arbeiten nicht verschoben werden können, ist hier ein sicherer Weg sowie das Tragen einer geprüften Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) Pflicht.
Eis und Schnee bedeuten schon am Boden eine erhöhte Unfallgefahr, bei Arbeiten in der Höhe wird es dann zu einem fatalen Absturzrisiko. Deshalb müssen alle Flächen bei niedrigen Temperaturen vor der Nutzung überprüft und gegebenenfalls gestreut und professionell gereinigt werden. Stellen Sie immer sicher, dass niemand ein Gerüst oder Dach betreten kann, der nicht ausreichend gesichert und mit den Vorsichtsmaßnahmen bei diesen Wetterverhältnissen vertraut ist.

3. Erfrierungen

Falls Sie privat gerne in kurzer Hose und T-Shirt Schnee schippen, ist das ihre Entscheidung. Im Job ist wetterangepasste Kleidung und Schuhwerk jedoch verpflichtend. Unterkühlung und Erfrierungserscheinungen sind reale Gefahren beim Arbeiten in der Kälte, die nicht unterschätzt werden dürfen. Passen Sie Ihre Berufskleidung an die Temperatur und Arbeitsintensität an. Weitere gesundheitsrelevante Tipps finden Sie in unserem Blogartikel
>>Die Gefahren beim Arbeiten in der Kälte.<<


4. Absturzsicherung

Bei allen Höhenarbeiten ist eine adäquate Absturzsicherung Voraussetzung für sicheres Arbeiten. Bei winterlichem Wetter sind diese doppelt so wichtig. Gerade bei Dacharbeiten kann man bei Eis und Glätte nicht vorsichtig genug sein. Eine Dachrandsicherung mit einem Sicherheitsgeländer schützt alle sich auf dem Dach befindlichen Menschen gleichermaßen. Je nach Höhe oder Vorhandensein einer Attika, muss die Konstellation des Hand- und Knielaufs angepasst und eventuell eine Fußleiste hinzugefügt werden. Auf manchen Dächern rentiert sich aber keine komplett umlaufende Dachrandsicherung, wenn z.B. nur ein kleiner Bereich oder nur die Dachmitte betreten werden muss. Hier kommen Dachlaufstege, Seilführungssysteme und (mobile) Anschlagpunkte in Frage, um Dächer sicher nutzen zu können.

5. Rettung nach Absturz

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit einem Kollegen zusammen auf einem Dacheinsatz. Auf einmal rutscht Ihr Kollege auf einer Eisfläche aus und stürzt vom Dachrand. Zum Glück trägt er wie auch Sie eine PSAgA und hat sich vorher ordnungsgemäß an einem mobilen Anschlagpunkt gesichert. Dank Ihrer Vorsichtsmaßnahmen ist Ihr Kollege nicht komplett vom Dach gefallen, sondern hängt in seiner Seilsicherung vom Dachrand und kann Ihnen noch zurufen, dass es ihm gut geht. Jetzt müssen Sie Ihn nur noch schnellstmöglich aus seiner misslichen Lage befreien, um Gesundheitsschäden wie ein Hängetrauma zu verhindern.
Prüfen Sie daher regelmäßig Ihren Rettungsplan und stellen Sie sicher, dass bei sämtlichen Wetterverhältnissen Rettungsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt werden können.

In der Höhe werden Sie sehr vielen Gefahren ausgesetzt. Nehmen Sie sich immer Zeit, um den Standort zu besichtigen und alle Absturzsicherungen zu prüfen. Denn kein Geld der Welt sollte es wert sein Ihr Leben oder die Leben Ihrer Mitarbeiter zu gefährden.

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